Wenn es um Skispringen geht, sind die Augen der Fans in Salzburg und darüber hinaus derzeit auf Stefan Kraft gerichtet. Der frischgebackene Vater startet zum ersten Mal bei der Vierschanzentournee mit dem neuen Titel „Papa“ und blickt voller Vorfreude auf die kommenden Wettkämpfe. In einem Interview äußert er sich über seine derzeitige Situation im ÖSV-Team und die Herausforderungen, die vor ihm liegen. Als einer der erfahrensten Springer weiß er, dass die Erwartungen nach einem durchwachsenen Saisonstart eher gedämpft sind, dennoch bleibt die Motivation hoch, wie Salzburg24 berichtet.
In diesem Jahr reisen die österreichischen Skispringer nicht als Favoriten, sondern nehmen die Rolle der Jäger ein. Stefan Kraft hatte im Vorjahr eine dramatische Tournee erlebt, bei der er knapp seinen zweiten Gesamtsieg verpasste. Dennoch spricht der Weltmeister mit einem gewissen Optimismus über die bevorstehenden Sprünge, insbesondere über die Schanze in Oberstdorf, die zu seinen Lieblingsorten zählt. Dort hat er in der Vergangenheit konstant gute Leistungen gezeigt.
Ein neuer Lebensabschnitt
Das Vater-Werden beschreibt Kraft als ein einzigartiges und überwältigendes Gefühl, das seine Einstellung zum Sport nicht beeinflusst. Er betont, dass er beim Springen nicht an seine Tochter denkt und sich voll und ganz auf die Konkurrenz konzentriert. „Nur am Balken denke ich nicht an meine Tochter“, gesteht er. Doch seine Verantwortung als junger Vater motiviert ihn noch mehr, weiter hart zu trainieren. Gleich nach der Geburt seiner Tochter war er wieder im Training und hat sich fest vorgenommen, seine Saisonziele, die auch die Skiflug-WM und Olympia umfassen, zu erreichen.
In der Freizeit findet der Skispringer einen Ausgleich im Spielen mit der Nintendo Switch oder beim Saunabaden. Kraft freut sich auch über die Erfolge seiner jüngeren Teamkollegen und rät diesen, aus Fehlern zu lernen und offen für Fragen zu sein. „Es gibt keinen Druck durch die jüngeren Springer“, sagt er, was zeigt, dass er eine Mentorenrolle einnimmt.
Vierschanzentournee im Fokus
Die Vierschanzentournee hat eine lange und glanzvolle Geschichte, die bis zur Saison 2001/02 zurückreicht, als Sven Hannawald als erster Springer alle vier Einzelkonkurrenzen für sich entschied. Diese Leistung wiederholte Kamil Stoch in der Saison 2017/2018 und Ryoyu Kobayashi gewann den Grand Slam bei der 67. Vierschanzentournee. Historische Momente wie die Einführung neuer Schanzenanlagen nach dem Neubau in Partenkirchen 2007 haben die Veranstaltung geprägt, wie auf der Website der Vierschanzentournee nachzulesen ist.
Unter den Präsidenten der Tournee sind viele einflussreiche Persönlichkeiten, die dazu beigetragen haben, die Vierschanzentournee zu dem zu machen, was sie heute ist. Der aktuelle Präsident, Manfred Schützenhofer, hat die Tradition fortgeführt, die seit über einem Jahrzehnt zwischen Österreich und Deutschland wechselt.
Stefan Kraft, der im turbulenten Skisprung-Zirkus eine wichtige Rolle spielt, wird mit Spannung beobachtet. Die kommenden Tage werden zeigen, ob er erneut die Herzen der Fans erobern kann. Seinen aktuellen Herausforderungen steht er mit der gleichen Entschlossenheit gegenüber, die ihn bisher so erfolgreich gemacht hat.