SV Stripfing stellt Spielbetrieb ein – Insolvenz droht der Bundesliga!

· Daniel Mengel

Eine ernüchternde Nachricht erreicht die Fußballfans in Österreich: Der SV Stripfing hat die endgültige Einstellung des Spielbetriebs angekündigt. Diese Entscheidung wurde am Montag mündlich der Fußball-Bundesliga mitgeteilt und zeigt die düstere finanzieller Lage des Clubs, der in den kommenden Tagen einen Insolvenzantrag stellen wird. Bundesliga-Vorstandschef Christian Ebenbauer bestätigte die brisanten Informationen und spricht von einem immateriellen „Reputationsschaden“ für die Liga, der durch die Ereignisse im Stripfing hervorgerufen wird, wie Salzburg24 berichtet.

Besonders die Spieler leiden unter den Umständen: Ein Großteil des Kaders hat aus Protest gegen ausstehende Gehälter ihre Verträge aufgelöst. Lediglich einige wenige Athleten blieben aufgrund spezieller Situationen im Verein. Die Zusammenkünfte zwischen den Sport-Verantwortlichen und Vertretern der Spielervertretung younion klärten die Lage nüchtern: Die Vereinigung hatte bereits am Samstag den Spielern geraten, sich aus ihren Verträgen zurückzuziehen. VdF-Vorsitzender Gernot Baumgartner wies außerdem auf ausstehende Gehälter bei neun Spielern aus der Vorsaison hin, was das Handeln des Clubs noch fragwürdiger macht. Die Lizenzvergabe an Stripfing steht damit auf der Kippe, da kaum noch Spieler zur Verfügung stehen, wie Kurier berichtet.

Die finanziellen Turbulenzen

Der SV Stripfing spielt in der 2. Liga, doch seine finanziellen Probleme sind nicht neu. Ein Konkursverfahren gegen den Club-Mäzen Erich Kirisits führte zu massiven Turbulenzen, die nun in der endgültigen Einstellung des Spielbetriebs gipfeln. In der laufenden Saison haben die Spieler, so berichten die Medien, lediglich ein Monatsgehalt erhalten, während noch drei Gehälter ausständig sind. Ebenbauer geht davon aus, dass Stripfing die Saison nicht zu Ende spielen wird, da die Mehrzahl der Spieler bereits um ihre Zukunft bangen muss.

Das Problem ist nicht nur auf Stripfing beschränkt. Im europäischen Fußball zeigen sich ähnliche Probleme: Trotz Rekordumsätzen in der Bundesliga klagen viele Clubs über finanzielle Sorgen. 2018/19 wurde ein Umsatzrekord von über 4 Milliarden Euro erzielt, und dennoch drohen insolvente Vereine, wenn sich die Situation nicht schnellstmöglich stabilisiert. Diese Problematik lässt sich auch auf die finanziellen Schwankungen zurückführen, die durch die Corona-Krise zusätzlich verstärkt wurden, wie Sportbuzzer detailreich beschreibt.

Zukunft ohne Stripfing?

Doch was bedeutet das für die Zukunft von Stripfing? Als Tabellen-13. des Ligabetriebs ist der Verein zwar nicht in der Abstiegszone, jedoch würden bei einer formalen Einstellung des Spielbetriebs alle bisherigen Ergebnisse annulliert. Was nun folgt, ist ungewiss. Die Anforderungen für das Zulassungsverfahren wurden in der Vergangenheit bereits gesenkt, um den Amateurclubs die Teilnahme an der Liga zu ermöglichen. Stripfing erhielt Dank einer erfolgreichen Klage im letzten Jahr eine Lizenz, doch die finanzielle Basis war von Anfang an brüchig. Die Heimspiele auf dem FAC-Platz in Wien-Floridsdorf fanden bereits statt, da die eigene Anlage nicht den Anforderungen entsprach.

Insgesamt zeigen die aktuellen Ereignisse, dass der Fußball in Österreich sowohl im Amateur- als auch im Profibereich dringend nach einer finanziellen Stabilität sucht. Die esperti effettivi müssen nun abwarten, wie es mit Stripfing weitergeht und ob es vielleicht doch noch einen Ausweg aus dieser misslichen Lage gibt.